Astrid Sänger
Technik


Meine Figuren sind aus grob schamottiertem Steinzeugton oder Paperclay modelliert.
Ich brenne sie mit oder ohne Auftrag von Glasuren und Engoben in unserem Anagama-Ofen oder in der Raku-Technik. Außerdem verwende ich einen Elektro- und einen Gasofen, je nach Bedarf.

Der von mir verwendete Anagama-Ofen ist ein Holzbrandofen nach japanischer Bauart, der über 70 Stunden befeuert wird.
Die Holzasche legt sich bei dem Prozess an die
Keramikoberflächen an und verschmilzt daran zu einer Glasur.
Diese aufwendigste und wertvollste Keramik ist immer ein Unikat und frostbeständig dichtgebrannt.

Raku ist eine keramische Technik aus dem Japan des 16.Jahrhunderts.
Nach Zen -buddhistischer Philosophie sollen bei der Fertigstellung der Keramik im Brand (ursprünglich Gefäße für die Tee-Zeremonie) Zufall und Bestimmung die gleiche Rolle spielen.
Daher ist das Ergebnis nie ganz vorauszusehen und jedes Stück ist ein Unikat.

In den 1960er Jahren wurde das Raku in Amerika bekannt und so weiterentwickelt, wie es auch heute in Europa verwendet wird.

Die glasierten oder mit Metalloxiden gefärbten Stücke nehme ich glühend aus dem Ofen und lasse sie in einer verschließbaren Tonne mit Sägespänen auskühlen.
In dieser Nachreduktion bilden sich besondere Farbnuancen, die nur unter Sauerstoffmangel entstehen.